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kulturMONTAG

Kultur, Magazin • 09.02.2026 • 22:30 - 23:29 heute
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Originaltitel
kulturMontag
Produktionsland
A
Produktionsdatum
2026
Kultur, Magazin
"Fall of Freedom" – Wie Kunstschaffende in den USA Widerstand leisten: Ob mit dem brutalen Vorgehen der ICE-Beamten in Minneapolis, dem völkerrechtswidrigen Angriff auf Venezuela oder den jüngsten Enthüllungen aus den Epstein Files: Seit Beginn des Jahres sorgt die Trump-Regierung weltweit für Aufsehen. Unter US-Künstlerinnen und - Künstlern formiert sich zunehmend Widerstand. "Fall of Freedom" ist eine im vergangenen Herbst von Dread Scott und Lynn Nottage initiierte Protestbewegung, die landesweit zum kreativen Widerstand gegen die Repressionen und zur Verteidigung der Demokratie aufruft. Seitdem haben sich Hunderte Galerien, Museen, Bibliotheken, Comedy- Clubs, Theater, Schulen oder Konzerthallen in fast allen Bundesstaaten mit Ausstellungen, Performances und öffentlichen Events an der Bewegung beteiligt. Zu den bekanntesten Namen zählen Künstler:innen wie Marilyn Minter und Robert Longo sowie Popsänger John Legend, Filmemacher Michael Moore und Regisseurin Laura Poitras. Der "kulturMontag" hat nachgefragt. Verstehen statt verzweifeln – "Die Tagespresse"-Chef Fritz Jergitsch über Populismus: In seinem Sachbuch "Heulen hilft uns auch nicht weiter – Populismus verstehen. Freiheit digital neu denken" sucht Fritz Jergitsch, Gründer, Mastermind und Chefredakteur des Online-Satiremagazins "Die Tagespresse", die Ursachen für den weltweiten Siegeszug des Populismus u. a. in den sozialen Medien und liefert konkrete Lösungsvorschläge. Er plädiert für einen neuen Liberalismus, der die individuelle Freiheit stärken soll. Dazu braucht es digitale Grundrechte sowie faire Teilhabe am technischen wie wirtschaftlichen Fortschritt für alle. Denn: Globalisierung und Digitalisierung haben neben Wohlstand auch Spaltung, Angst vor Statusverlust und politische Wut gebracht. Rechtspopulisten nutzen die Verunsicherung der Gesellschaft und schlagen Kapital daraus. Die politische Mitte reagiert zu schwach, denn der Liberalismus hat keine überzeugenden Antworten auf viele Fragen gefunden, etwa die Vermögensungleichheit, die Wohnungsnot oder die Ausländerpolitik. Zusätzlich befeuern soziale Medien und Globalisierung die Entwicklung. Was kann eine demokratische Gesellschaft dem wachsenden Populismus entgegensetzen? Und warum ist Resignieren keine Lösung? Darüber spricht Fritz Jergitsch mit Clarissa Stadler live im Studio. Kultureller Klimawandel – Oulu als Europas Kulturhauptstadt 2026: Neben Trenčin in der Slowakei ist das westfinnische Oulu heuer Europäische Kulturhauptstadt. Die nördlichste Metropole Europas und fünfgrößte Stadt Finnlands gilt als Tor zur arktischen Natur. Unter dem Motto "Kultureller Klimawandel" will man als Kulturhauptstadt neue Perspektiven auf Nachhaltigkeit und Gemeinschaft eröffnen. Mehr als 3.000 Veranstaltungen sollen das ganze Jahr über Menschen zusammenbringen – Einheimische wie Besucher:innen. Programmschwerpunkt ist die Geschichte und die Kultur der Samen, jener indigenen Volksgruppe, von der heute noch etwa 10.000 Angehörige in Finnland leben. Neben einer Ausstellung zur oft schwierigen Balance der Samen zwischen jahrhunderteralter Tradition und modernem Alltag wird auch eine Uraufführung der Oper "Ovllá" über die Unterdrückung dieser Volksgruppe mit Spannung erwartet. Zu den Stars des Kulturjahrs zählt der "Mieskuoro Huutajat" – der Chor der schreienden Männer, der in Finnland Kultstatus hat. Piia Rantala- Korhonen, Leiterin des Kulturhauptstadtprogramms Oulu 2026, will einen bleibenden Eindruck hinterlassen.